Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

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Death of Fantasy
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Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Death of Fantasy » 28.05.2011 20:12

Vor langer Zeit, als die Welt noch jung war und voller Magie, waren alle Länder von ihr erfüllt. Mit der Zeit ging diese Magie zurück, dennoch ist uns ein kleiner Teil geblieben.
In einem weit entfernten Land der Windreiche gab es Vogelmenschen, Aiwatani genannt. Anstatt Armen besaßen sie Flügel, doch an den Flügelspitzen teilten ihre Knochen sich und bildeten die Schwungfedern, wie auch sehr filigrane und feine Hände, mit denen sie arbeiten konnten. In ihrem Haar wuchsen Federn und ihre Augen waren die der Vögel. Durchdringend und scharfsichtig.
Meist lebten diese Vogelmenschen hoch in den riesigen Bäumen, wo sie sich ein Heim aus Häusern gebaut hatten, die nur über die Luft zu erreichen waren. Sie waren äußerst friedliebend und versuchten sich so wenig Feinde wie möglich zu machen, da sie keinen Streit wollten, sondern zufrieden waren, wenn sie einfach nur ihr Leben leben konnten.
Doch leider waren nicht alle Völker in ihrem Land so friedlich und es gab ein Volk, das äußerst kriegerisch war und dessen Name inzwischen vergessen ist. Diese fällten die Bäume, auf denen die Aiwatani leben und machten Jagd auf sie, mit Schleudern oder Pfeilen. Dies konnten die Vogelmenschen nicht dulden, weshalb sie Gesandte zu dem Volk, dessen Name vergessen ist, geschickt haben, damit diese ihr Treiben endlich einstellen würden. Doch die Boten warden nimmer gesehen. Die Aiwatani sahen dies als die Kriegserklärung an, als die es gemeint gewesen war und bereiteten sich darauf vor.
Ein langer und blutiger Krieg entstand, aus dem die Vogelmenschen endlich siegreich hervorgingen. Das Volk, dessen Name vergessen ist, war bis auf wenige dezimiert und da die Aiwatani, trotz der herben Verluste in ihren eigenen Reihen nicht grausam oder nachtragend waren, ließen sie die wenigen Überlebenden gehen.

So glaubten sie den Feind gebannt und wandten sich wieder ihren Küsten der Magie zu, die sie so meisterlich beherrschten. Am liebsten war ihnen die Windmagie.
Was niemand wusste war, dass einer der Krieger mit dem Namen Hísiquesse, Nebelfeder, eine Frau des Feindes auf ihr Locken hin mit ins Bett genommen hatte und dass aus dieser Vereinigung ein Kind entsprungen war, das das Herz der Mutter und die Gestalt des Vaters besaß. Er wurde Moriquesse, Dunkelfeder, genannt. Moriquesse wuchs unter den Aiwatani als einer der Ihren auf, war aber nicht so friedliebend wie sie.
Zu derselben Zeit wurde ein weiterer Knabe geboren, der den Namen Viliquesse, Federflug, tragen sollte. Viliquesse war der Sohn zweier guter Krieger der Vogelmenschen, die auch äußerst begabt in den Künsten waren, weshalb man viel Hoffnung in den Jungen legte, vor allem, da er unter sehr guten Zeichen geboren war.
Während Moriquesse zu einem finsteren jungen Mann heranwuchs, wurde Viliquesse von allen im Dorf geliebt und sein sanfter Flug, ebenso wie seine Künste in den Lüften waren unerreicht. Alle liebten und verehrten ihn und Moriquesse neidete ihm dies.
In seinem dunklen Herzen begann er langsam einen Plan zu schmieden, wie er den Widersacher und diese Störung loswerden konnte. Gewissenhaft studierte er alle Regeln der Vogelmenschen und suche nach Anzeichen, dass er Viliquesse bei den Anderen schlecht machen konnte, doch er fand nichts. Viliquesse war einfach nur zu perfekt.
So wandte Moriquesse sich den dunklen Künsten zu, die unter den Vogelmenschen streng verboten waren, da aus ihnen noch nie etwas Gutes erwachsen war, und ein Plan reifte langsam in seinem Kopf.

Da sein Vater am Ende des Krieges gefallen war, kurz nachdem er geboren worden und hier abgelegt worden war, kümmerte sich niemand um den jungen Krieger. Es fiel niemandem auf, wie er sich immer mehr zurückzog, da Moriquesse ohnehin eher sehr einsam und still war.
Seine Haut war bleich, was umso mehr von seinen pechschwarzen Schwingen unterstrichen wurde, ebenso von seinen schwarzen Haaren, in denen die dunklen Federn ölig schimmerten. Seine Augen waren bernsteinfarben und keinerlei Gefühl war in seinem Gesicht abzulesen. Sein Körper war stark, sehnig und kräftig, insgesamt war er keineswegs unansehnlich. Doch Viliquesses Glanz überstrahlte ihn einfach.
Der junge Mann verehrte die Tochter des Vorstehers, die wunderschöne Alquaráme, Schwanenschwinge, deren Haar schneeweiß war, ebenso wie ihre Flügel. Auch besaß das wunderschöne junge Mädchen die Anmut und den Liebreiz eines Schwanes, sodass ihr Name perfekt zu ihr passte. Doch auch sie hatte nur Augen für Viliquesse.
Neid zerfraß das Herz des jungen Kriegers, da er das schöne Wesen besitzen wollte und das Erbe seiner Mutter trat immer mehr zu Tage. Jedoch von allen unbemerkt.

Währenddessen übte Viliquesse sich in den Künsten und er genoss all die Aufmerksamkeit und die Bewunderung, die ihm entgegengebracht wurde. Es war ein wunderbares Gefühl und da er es nicht anders kannte, nahm er sie fast schon als selbstverständlich hin, auch wenn er oft von seinen Eltern ermahnt wurde, dies schätzen zu lernen. Doch die Übermut der Jugend war voll in ihm aufgeblüht.
Es schmeichelte ihm, dass die schöne Alquaráme Gefallen an ihm gefunden hatte und er ermunterte sie weiterhin dazu, sodass er um sie werben konnte. Im Dorf wurde gemunkelt, dass die Beiden sich, sobald sie die Volljährigkeit in ihrem Volk erreicht hätten, vereinigen würden und dass dies auch von Seiten der Eltern abgesegnet war. Es war bereits so gut wie festgelegt, dass die zwei ein Paar werden würden.

Viliquesses Schwingen waren grau-schwarz mit einigen weißen Sprenkeln, während sein Haar von einem durchdringendem, strahlenden rot war, wie das der Sonne, wenn sie am Horizont versank. Sein Gesicht wirkte immer weich, sanft und liebevoll, als würde er die ganze Welt am liebsten in seine Arme schließen. Auch sein Körper war kräftig und athletisch gebaut, wenngleich seine Haut hell, aber dennoch nicht blass wirkte. Er war der Stolz seiner Eltern Menelláme, deren Name Himmelsschwinge bedeutete, und Anarquesse, der in unserer Sprache Sonnenfeder genannt würde. Dennoch sahen sie mit Sorge auf die Beliebtheit ihres einzigen Sohnes, denn sie ahnten, dass dies nicht gut für ihn sein konnte.
Viliquesse besaß diese Bedenken keineswegs und er maß sich öfter in Spielen mit den anderen jungen Aiwatani. Auch Moriquesse war ein Teil dieser Spiele und jedes Mal neidete er dem Anderen seine Berühmtheit, wie seine Beliebtheit. Das konnte und durfte keinesfalls so weitergehen, das hatte er sich bereits geschworen. Doch schließlich hatte er einen guten Plan, wie alles gelingen könnte und wie er seinen Gegner allzu rasch loswerden konnte.

Eines Tages, kamen Gesandte des Vorstehers der kleinen Gemeinschaft. Viliquesse wurde der Studien der dunklen Künste bezichtigt und sein Haus wurde gründlich durchsucht.
Sie wurden fündig. Offen in seinem Arbeitszimmer lagen verschiedene Schriften über die verbotene Magie und, obwohl der junge Krieger lautstark seine Unschuld beteuerte und auch seine Eltern für ihn einstanden, wurde er aus der Gemeinschaft verbannt.

Zutiefst betrübt beugte er sich dem Schicksal und erlebte, wie es war ein Ausgestoßener zu sein. Alle, die ihm Bewunderung entgegen gebracht hatten, schüttelten nun über ihn den Kopf und wandten sich ab. Es war still um ihn herum geworden und im Dunkel seiner Hütte frohlockte Moriquesse, dass sein Plan so vorzüglich funktioniert hatte. Weit außerhalb der Grenzen des Dorfes schlug Viliquesse seine neue Heimstatt auf, doch er hasste niemanden für sein Schicksal. Die Beweise waren eindeutig gewesen, der Vorsteher hatte so handeln müssen, auch wenn es eine falsche Anschuldigung gewesen war und Viliquesse diese Aufzeichnungen nie zuvor gesehen hatte. Irgendjemand hatte ihn vertreiben wollen, doch zu welchem Zweck und weshalb? Wer konnte nur zu solch einer Niederträchtigen Tat fähig sein. Kein Aiwatani, dessen war er sich sicher.
In seiner Einsamkeit vermisste Viliquesse die ganze Gemeinschaft und vor allem Alquaráme. Ihre Anmut hatte ihn stets bezaubert und mit Staunen inne halten lassen, so schön war sie gewesen. Und solch ein Traum war es gewesen, dass sie ihn begehrt hatte. Doch dieser Traum hatte nun ein tragisches Ende gefunden, denn nimmer, das war ihm klar, würde er die Schöne in seinen Armen halten dürfen. Denn er war nun heimatlos.
Voller Trauer schrieb er viel von seiner Einsamkeit, am meisten jedoch von seiner Geliebten. Auch wenn niemand dies je lesen würde, half es ihm dennoch, sein blutendes Herz zu beruhigen.

Moriquesse, währenddessen, kümmerte sich liebevoll um die todtraurige Alquaráme. Der Verlust und angebliche Verrat ihres Liebsten war unbegreiflich für sie. Warum nur hatte er dies getan. Sie konnte selbst nicht glauben, dass der sanfte und liebevolle Viliquesse diesen schändlichen Verrat gegangen hatte, ebenso wie seine Eltern, die bis zum Ende die Unschuld ihres Sohnes beteuerten, doch alle Beweise sprachen gegen dn jungen Krieger.
Hísiquesses Sohn half ihr mit der Trauer, doch er konnte sie kaum lindern, denn ihr Herz verzehrte sich nach Einem, den es nimmer sehen würde. Auch Moriquesse bemerkte dies und der Neid fraßß weiter an ihm. Warum konnte sie ihn denn nicht lieben, warum musste sie, obwohl er als Verräter gebrandmarkt war, noch immer diesen Bastard bewundern?
Voller Zorn, Neid und Hass machte er sich auf den Weg in die Wälder. Es musste einen Weg geben, wie er sie für sich gewinnen konnte. Ohne dass er es merkte, folgte eine weitere Schönheit ihm, die schwarzgeflügelte Tirráme, die Sternenschwinge, die wegen der vielen weißen Punkte, die aussahen wie die Sterne am Nachthimmel, diesen Namen erhalten hatte. Schon lange hatte sie sich in den dunklen und verschlossenen Krieger verliebt gehabt, den sonst niemand wirklich Beachtung geschenkt hatte, da Viliquesse ihn überstrahlt hatte. Doch sie hatte ihn bemerkt und ihr Herz an ihn verschenkt, selbst wenn dieser nur Augen für Alquaráme hatte.
Plötzlich wurde Moriquesse angegriffen und Tirráme eilte zu seiner Rettung. Sie fing einen tödlichen Pfeil ab und wurde selbst so schwer getroffen, dass sie hinab auf den Boden stürzte. Augenblicklich stürzten Menschen aus den Büschen und töteten die Schönheit, die vor Angst und Schmerz gellend schrie, sodass es Moriquesses Herz bluten ließ. Die junge Vogelfrau lag wenig später stumm und blutüberströmt auf dem Boden. Erst jetzt erkannte der junge Krieger, was geschehen war und welches Opfer die junge Aiwatan für ihn erbracht hatte. Voller Leid und Schmerz stürmte er sich in den Kampf und erschlug mehrere Feinde, bis plötzlich eine Frau auf die Lichtung trat.
„Ich kann sie dir wieder lebendig zurückgeben, du musst mir nur helfen.“
Eine Falle erwartend, landete er auf einem nahen Baum und betrachtete das Szenario.
„Behandelt man so seine eigene Mutter?“, fragte die Frau und der Aiwatan sah sie fassungslos an.
„M… Mutter?“, wollte er wissen und die Frau nickte.
„Das schwöre ich dir, mein Sohn. Ich kann sie dir wiedererwecken, doch du musst mir einen Wunsch erfüllen.“
„Alles, was du wünschst, solange sie wieder lebt!“, schrie er verzweifelt und seine Mutter lächelte leicht.
Ihr Sohn war ein sentimentaler Narr, der für seine ‚Liebe‘ alles tat, genau wie sein Vater. Und genauso würde er auch enden.
„Dann führe mich zu deinem Volk. Wir haben lange nach ihnen gesucht, sie aber nie gefunden. Wirst du dies für mich tun, mein Lieber?“
„Du wirst Tirráme dafür wieder zu mir zurückbringen?“
„Natürlich, ich gebe dir mein Wort.“
Langsam zögerte er, da er zweifelte, ob es gut war. Er hatte von dem Volk, dessen Namen vergessen ist, gehört und ihrem grausamen Krieg gegen sein Volk. Nein, das Volk seines Vaters. Er hatte von Anfang an gewusst, dass er anders war, doch nie hatte er erklären können weshalb. Nun wusste er es. Er war nur ein Halbblut, seine Mutter war eine ehemalige Feindin seiner Familie. Doch er durfte es so nicht mit Tirráme enden lassen.
„Dann tue ich es!“, rief er und die Frau, die sagte, dass sie seine Mutter war, hob die schöne Tirráme langsam und vorsichtig vom Boden auf. Selbst im Tod strahlte sie noch wie der Sternenhimmel. Tränen traten in seine Augen, doch er konnte sie aus ihrem kalten Schlaf erwecken. Sein Volk würde sicher sehr leicht erneut siegen.

So führte er das Übel zu den Aiwatani. Die Krieger kämpften tapfer und hart, doch der Feind hatte von den vorherigen Schlachten gelernt und wusste, wie er den Vogelmenschen begegnen musste. Immer mehr fielen und Moriquesse erkannte, was er getan hatte. Voller Zorn ging er zu seiner Mutter, um sie zu fragen, warum sie dies tat und warum Tirráme noch immer nicht zurückgekommen wäre, als sie ihn höhnisch ansah.
„Hast du dieses Märchen etwa wirklich geglaubt? Du bist genauso sentimental wie dein närrischer Vater.“, verhöhnte sie ihn.
Voller Zorn und dem Gefühl betrogen und benutzt worden zu sein, griff er seine Mutter an, nur um mehrere Zentimeter kalten Stahls zwischen seinen Rippen zu spüren.
„Warum?“, flüsterte er leise, bevor er voller Verbitterung und Reue über seine Taten starb.

Der Vorsteher des Dorfes war ratlos, was zu tun sei. Sie alle hatten keine Ideen mehr, als Alquaráme ihn anflehte Viliquesse zurückzuholen. Nach langem flehen gab der Vater seiner Tochter endlich nach und Boten wurden zu dem Verbannten geschickt, der bereits von den Kämpfen gehört hatte, als Verbannter jedoch hilflos dastehen und zusehen musste, da ihm nicht erlaubt war einzugreifen und sich dem Volk zu nähern.
Dass sie sich seiner nun, da sie in so großer Not waren erinnerten, nachdem sie ihn fortgeschickt hatten, nahm er ihnen nicht übel, denn er war sanft und liebevoll. Er hatte schließlich verstanden, weshalb sie so hatten handeln müssen.
Voller Dankbarkeit kehrte er in das Dorf zurück und wurde voller Hoffnung dort empfangen. Seine geliebte Alquaráme fiel ihm in die Arme und sie umarmten sich fest, bevor der junge Aiwatan sich von den Umständen unterrichten ließ.
Lange berieten sie sich in den Kammern, bis endlich ein Plan ausgefeilt war.
„Viliquesse, tu‘ es nicht! Ich flehe dich an!“, bettelte seine Liebste auf den Knien, als er gehen wollte und er kniete sich sanft zu ihr hinab und küsste sie innig.
„Ich muss es für unser Volk tun, mein Juwel.“
Von Tränen geschüttelt, hing die junge Vogelfrau an seinen Schößen, um ihn am Gehen zu hindern, als er vorsichtig ihre Finger löste und sie sanft mit auf die Füße zog.
„Alles wird gut.“, flüsterte er und küsste sie erneut, bevor die Schwanenjungfrau den Kuss verzweifelt erwiderte.
„Es ist alles vorbereitet.“
Sanft löste Viliquesse sich aus Alquarámes Schwingen und küsste sie ein letztes Mal, bevor er ging. Tränenüberströmt blieb die junge Aiwatan zurück und sah ihrem Liebsten hinterher.
„Komm‘ zu mir zurück.“, flüsterte sie leise, als er sich umdrehte und sie anlächelte. Wenn sie es nicht bereits zuvor gewusst hätte, wäre es ihr jetzt klar geworden. Erneut wurde sie von der Trauer überrollt und weinte.
„Lächle für mich, meine Liebste.“, flüsterte er und sie versuchte sich an einem Lächeln.
Dann verschwand Viliquesse und nur sein Duft blieb in dem kleinen Raum zurück.

Viliquesse stürzte sich mit anderen Wagemutigen in das Schlachtgetümmel, als plötzlich alle um ihn herum verschwanden, während er einen Zauber sprach. Die Angreifer sahen ihren Zeitpunkt gekommen und stürmten alle auf den jungen, einsamen Krieger zu, als er den Zauber vollendete.
Eine heftige Erschütterung ließ den Wald im Umkreis von mehreren Meilen erzittern und von den Angreifern war nichts mehr zu sehen. Es war, als hätte es sie nie mehr gesehen. Auf dem Boden lag Viliquesse, die Flügel gebrochen und den gesamten Leib zerschmettert. Der Luftdruck hatte ihn gegen einen der Bäume geschleudert und hilflos war er zu Boden gestürzt. Langsam und feierlich kamen die verbliebenen Aiwatani zu ihm und verbeugten sich vor ihm, bevor er auf eine prächtige Trage gehoben wurde. Dann erhoben sich zwei Vogelmenschen mit ihm in die Lüfte, bis über die Baumwipfel.
Mit einem leisen Seufzen blickte Viliquesse an den Himmel und lächelte gequält.
„Es hat also… funktioniert.“, flüsterte er unter mehreren Hustenanfällen, bei denen jedes Mal Blut hervorkam.
„Ja. Wir danken dir, Aiwetan Viliquesse.“
„Ich danke… solche Gefährten gehabt zu haben.“, keuchte er, bevor ihm sein letzter Atemzug entwich, mitsamt eines Schwalls Blut.
Behutsam sanken die zwei Vogelmenschen hinab zum Gemeinschaftshorst und legten den Krieger dort ab. Sofort kam Alquaráme zu ihm gelaufen und weinte über seinem zerschlagenen Körper.
„Wie kannst du es nur wagen dies zu tun? Warum musstest du sterben? Warum musstest du dich opfern! Du kannst mich nicht zurücklassen, jetzt wo wir gerade wieder vereint waren. VILIQUESSE!“
Ihr Klagen hallte lange und laut durch die Bäume und alle Aiwatani blickten voller Trauer auf den Boden. Ein Held war von ihnen gegangen und niemand mehr bezweifelte, dass er unschuldig gewesen war. Nicht nach den Dingen, die man in Moriquesses Horst gefunden hatte. Doch er war tot, man hatte seine Leiche gefunden, erstochen von einem Messer. Trotz alldem war ihm vergeben worden. Er war schließlich alleine aufgewachsen, ohne liebende Eltern.
Jeder wusste, dass die Aiwatani mit Viliquesse und Moriquesse zwei Große ihres Volkes verloren hatten. Und sie trauerten.

Später gebar Alquaráme ein Kind. Und es wurde im Volk hoch geschätzt, denn sie hielten das Opfer seines Vaters hoch in Ehren. Man sagt, dass Viliquesse und seine Tat bei ihnen nie vergessen wurde. Und wenn man sie heute noch finden und besuchen würde, könnte man ihren Geschichten über den tapferen Krieger Viliquesse und den tragischen Moriquesse lauschen.


Diese Tragödie erzählt von Viliquesse. In ihrer Kindheit und frühen Jugend liebte die junge Myra stets diese Geschichte, trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihres tragischen Endes, und bat ihren Vater oft sie ihr vorzulesen, bis sie ein Buch mitsamt dieser Geschichte geschenkt bekam. Sie las sie so oft, dass sie die Geschichte beinahe auswendig kannte. Als sie Viliquesse traf, erinnerte sie sich ihrer und der Name des Jungfalken war festgelegt. Von da an würde er Viliquesse geheißen werden.
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Lynx » 29.05.2011 20:39

Ein schönes Märchen! (wenn ich es mal so nennen darf)
Gut, an ein, zwei Stellen hätte ich mir mehr gewünscht aber das bin halt ich. ;)

Schreib mehr!
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Death of Fantasy » 29.05.2011 20:44

Welche Stellen, wenn ich fragen darf? *grins* Vielleicht, wenn ich auch so denke, kann ich sie ausbauen. Aber manche Dinge habe ich extra lieber im Dunkeln gelassen. Und ja, du darfst es Märchen nennen, es ist ja kaum etwas anderes. Wie meine ganzen Märchen-Geschichten. *grins*

Was soll ich denn noch schreiben? Ich habe momentan keine Ideen. Aber jetzt können alle bei Tagflug entweder die Geschichte kennen oder sie nicht kennen. Bleibt ganz ihnen überlassen.
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Lynx » 29.05.2011 20:56

Wie kam es zum Beispiel zu Moriquesses plötzlichem Umdenken? Was hat ihn dazu bewegt so viel in die Wiederbelebung einer Person zu investieren, die er vorher nicht beachtet hat, zumal er ja auch sonst "über Leichen" gegangen ist.

Und was war das für ein zauber? Wie äußerte er sich? Wobei ich denke, dass du das ganz bewusst unklar gelassen hast.

Dass du nur Märchen-Geshcichten schreibst würde ich jetzt aber nicht behaupten wollen. Nur mutete diese halt wie ein solches an.

Hmmm, keine Ahnung was du schreiben kannst. Was dir grade in den Sinn kommt?
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Death of Fantasy » 29.05.2011 21:02

Ja, den Zauber habe ich absichtlich im Unklaren gelassen.

Das mit Moriquesse war mehr ein plötzliches Erwachen aufgrund Tirrámes Opfer. Und das Erwachen des Herzens seines Vaters, dass das der Mutter überstrahlt hat.

Die sind alles so gedacht. Meine Geschichten. Aber es soll sich ja auch wie ein Märchen anmuten, da es eine von Myrials Lieblingsgeschichten war.
Und wenn mir momentan nichts in den Sinn kommt? xDD
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Lynx » 29.05.2011 21:22

Dann empfehle ich dir - so es was zu Tagflug sein soll - eine meiner Inspirationsquellen: http://www.youtube.com/watch?v=pZoZM4bhRXk
Überhaupt ist der ganze Soundtrack zu dem Film sehr hörenswert. "War" daraus ist auch klasse zum Schreiben. Ich mache viele meiner Posts mit dem Gathering im Hintergrund. *gg* (Gerade so etwas wie Me...Magatsus Stunt kann ich dann gut nachfühlen)
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Re: Quenta Aiwatanion - Die Geschichte von den Aiwatani

Beitrag von Death of Fantasy » 29.05.2011 21:24

Aaaah, den Avatar Soundtrack. *grins* Den muss ich dann in meiner Bibliothek suchen.
Mal schauen, wozu es wird, aber für Tagflug wüsste ich momentan gar nicht, was ich schreiben könnte oder sollte.
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