Narben

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Lynx
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Narben

Beitrag von Lynx » 27.05.2011 23:01

Achtung, die Szene passt vorne und hinten nicht rein. Es haben sich mittlerweile zu viele andere Sachen ergeben, zum Beispiel dass Magatsu dabei war, als Isa versucht hat sich das leben zu nehmen. Also einfach als netten Abriss hinnehmen.

Narben
Ganz allmählich hatte es zu dämmern begonnen. Je weiter die Sonne hinter den sanften Hügeln versank, desto kühler wurde es. Dennoch war das Wasser des kleinen Sees immer noch warm genug um darin zu baden. Isa war gerade ein paar letzte Züge geschwommen und hatte sich nun ans Ufer begeben, um sich abzutrocknen. Ein Rascheln in dem alles überwuchernden, mannshohen Gras ließ sie zusammen fahren.
„Störe ich?“,
gemächlich und ohne jede Heimlichkeit näherte Magatsu sich ihr. Rasch riss sie ein großes Tuch an sich, doch es war bereits zu spät. Der Reiter schenkte ihr einen unverhohlenen Blick.
„Was willst du?“,
zischte sie abweisend.
„Das weißt du doch“,
bedrohlich nahe trat er an sie heran. Bevor sie reagieren konnte fuhr er mit den Fingern über ihre bloße Schulter. Die bleiche Haut ging dort in rötliches Narbengewebe über. Isa war zu langsam gewesen und jetzt hatte er die großen Brandnarben auf ihr gesehen. Seine grünen Augen wurden ernst und der sonst darin wohnende Schalk verschwand aus ihnen.
„Ist das der Grund?“,
wollte er mit leiser Stimme wissen. Zögerlich und unangenehm berührt nickte sie.
„Ich habe vor vielen Jahren einmal ein Mädchen mit solchen Verletzungen gesehen aber ich hörte, sie sei daran gestorben.“
„Das ist sie auch“,
sagte Isa kalt.
„Und wenn die Tote sprechen würde, erzählte sie mir die Wahrheit? Würde sie mir sagen, warum sie sich vor allen anderen verschließt? Warum lässt sie keine Bindungen zu anderen zu? Wenn sie keine Reiterin werden will, warum ist sie dann noch auf der Festung? Schmerzt sie das nicht? Warum hast du keinen Falken, auf dem du reitest?“
Jedes seiner Worte fuhr wie Nadelstiche unter ihre Haut. Besonders als er sie mit seiner letzten Frage direkt ansprach musste sie sich beherrschen um nicht zusammen zu zucken. Hatte sie wirklich erwartet, dass er die Wahrheit nicht kannte? Magatsu war alles andere als dumm. Es war kein Geheimnis für ihn, dass Isa wenn sie fliegen musste mit Noulons Gregoian unterwegs war.
„Magst du es mir erzählen?“,
fragte der Reiter vorsichtig. Isa schwieg eine Weile, bevor sie sich ein Herz fasste.
„Es ist vor vier Jahren passiert“,
begann sie mit leiser Stimme,
„Wir waren damals mit einer kleinen Gruppe auf Patrouille, als uns ein Hilferuf ereilte. Ohne zu zögern beschloss Noulon, dass wir Schüler bereit wären eine richtige Aufgabe zu erledigen und so folgten wir dem Ruf. Er führte uns zu den Bergen im Nordwesten. Einer der schlafenden Vulkane war erwacht und bedrohte nun feuerspuckend ein kleines Dorf. Trotz der großen Gefahr stießen wir mit unseren Gefährten bis zwischen die brennenden Hütten vor. Es gelang uns einige der Bewohner zu bergen. Allerdings konnten wir unmöglich alle dort hinaus schaffen. Also beschlossen zwei von uns, Aketh und Jalyn, ihre Falken mit den Menschen von dort vor zu schicken und selber nach zu kommen. Sie waren meine Freunde und ich glaubte ihnen. Kaum hatten wir die Menschen fernab der Brände abgesetzt, entsandte der Berg weitere Feuerstöße. Die Erde bebte und brach an den Hängen auf. Zunächst wartete ich auf ein Zeichen auf Noulon, doch weder er noch Gregoian schickten sich dazu an zu dem Dorf zurück zu kehren. Sie starrten einfach nur in dessen Richtung, mit Schmerz in ihren Augen. Ich habe damals den Entschluss meiner Freunde weder verstehen, noch akzeptieren können. Also schwang ich mich auf Niphire und flog mit ihm den Flammen entgegen. Noulon versuchte mich aufzuhalten und mir zu sagen, dass mein Falke noch nicht stark genug war, uns alle zu tragen und rechtzeitig aus dem brennenden Dorf zu verschwinden. Er befahl mir sofort umzukehren, wenn ich weiterhin bei den Reitern bleiben wollte und das was meine Freunde taten zu achten. Doch ich konnte es nicht. Ich war viel zu überzeugt von meinen eigenen Fähigkeiten und denen meines Falkens. Niphire war schnell, schneller als der große Gregoian. Ich wusste also, dass er mich unmöglich einholen könnte. Entschlossen stießen wir hinab, um die beiden dort heraus zu holen. Bevor wir sie jedoch finden konnten zerbarst etwas am oberen Hang. Ich hörte Niphire noch kreischen und spürte, wie wir von etwas getroffen wurden. Dann stürzten wir hinab.“
Sie machte eine kurze Pause und holte tief Luft.
„Als ich wieder erwachte, war ich alleine. Die Welt um mich herum hatte sich verändert. Ich hatte fast ein halbes Jahr im Krankenflügel gelegen, bis ich wieder ein paar erste Schritte in die Wirklichkeit wagte. Und sie stieß mich sogleich zurück. Von den Reitern wurden mir keine Vorwürfe gemacht. Sie schüttelten nur schweigend den Kopf über mich. Mehr war auch nicht nötig, denn das was ich verloren hatte, schmerzte viel mehr als jedes Wort, jede Strafe. Daraufhin suchte ich meinen Trost bei den Falken. Offenbar war ihnen jedoch bewusst, dass ich Niphire in den Tod getrieben hatte. Seine Mutter attackierte mich, kaum dass ich mich den Felsendnestern näherte. Noulon war es, der schützend eingriff und mir ein zweites Mal das Leben rettete. Manchmal wünsche ich mir, er hätte es nicht getan.“
Mit glasigem Blick starrte Isa ins Leere.
„Du solltest wieder ins Leben zurück kehren“,
stellte Magatsu nach einigen Momenten des Schweigens fest.
„Das ist unmöglich.“
„Warum?“
„Die Falken haben mich verstoßen. Zu Recht. Ich bin zu ehrgeizig, ich verlange zu viel. Sowohl von mir, als auch von meinem Umfeld. Damit werde ich früher oder später wieder zu einer Gefahr werden. Gregoian ist damals dabei gewesen. Er ist alt und ruhig genug um zu sehen, dass mein Fehler in der Vergangenheit liegt. Und bei ihm weiß ich wenigstens, dass er mich nicht auffangen wird, wenn ich ihn nicht darum bitte.“
Magatsu strich ihr sachte eine der langen, hellen Haarsträhnen aus dem Gesicht.
„Du bist eine Närrin. Ein kluger Lehrer hat mir einmal gesagt, dass man Luft um sich herum braucht, um fliegen zu können. Und genau da liegt dein Problem.“
„Eine Närrin. Soso.“
„Isa, du hast vollkommen Recht. Du bist gestorben.“
„Wer ist jetzt gerade der größere Narr?“
„Du solltest dir vielleicht einmal überlegen, von den Toten auf zu erstehen.“
Sie schüttelte den Kopf, doch er ließ nicht locker.
„Vielleicht bin ich der größere Narr von uns beiden, dass ich versuche dich wach zu rütteln. Aber ich lasse es darauf ankommen.“
Eine Weile betrachtete sie ihn aus dem Augenwinkel. Seine elfengleichen Gesichtszüge waren von Erwartung geprägt. Dann nickte sie bedächtig.
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Re: Narben

Beitrag von Death of Fantasy » 28.05.2011 07:45

Eine äußerst unangenehme Geschichte, die durchaus sehr viel erklärt. Schön geschrieben zudem. Jetzt können wir uns drum prügeln, welcher Charakter traumatisierter ist^^ Oder es auch sein lassen.
Aber Ma(e)gatsu ist äußerst... einfühlsam, um das mal so anzumerken. Hoffen wir mal, dass er es irgendwie schafft.
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Re: Narben

Beitrag von Lynx » 28.05.2011 07:51

Ach, ich glaube so traumatisiert wie Myra ist sie lange nicht. Schließlich bringt sie ... keinen... mit ... Blicken...
Japp, Megatsu (Karne, was hast du mit diesem Namen getan??? XD) springt halt nicht immer von Klippen um kleine Schüler zu beeindrucken. Aber später mehr von ihm.
Freut mich jedenfalls, dass sie gefällt. *drück* Das nächste hmmm, wie nenn ichs jetzt... add-on? zu den Tagfliegern ist ja auch schon in Arbeit.
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Re: Narben

Beitrag von Death of Fantasy » 28.05.2011 08:09

Immer dieses Denglisch! *grins* Zusatz?
Wie, sie bringt doch niemanden mit Blicken um, das würde Myra doch nieeeeeemals tun! So liebenswürdig und friedlich wie sie ist!
Bei Magatsu (jetzt hast du auch Megatsu geschrieben^^) wollte ich nur auch Karnis Version mit reinbringen. *lach*
Und die Viliquesse-Story ist in den Grobzügen endlich fertig. *freut*
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Re: Narben

Beitrag von Lynx » 28.05.2011 08:13

*seufz* Das kommt davon, wenn man so oft mit Ausländern kommuniziert (übrigens auch eine Sache, die mir an meinem Job sehr viel Spaß macht). Ich muss zugeben, ich bin ein totales Denglisch victim. Ein Dengler sozusagen. XD

*lach* Das Mega war aber Absicht. Da ich den Namen ganz dreist von meinem Lieblingschara aus BotI geklaut habe (aber auch nur den Namen), komme ich selten in die Versuchung den falsch zu schreiben.

Huhhh, darf ich? Ich bin auch ganz.. hrrr... Peitsche...
:devil: SCHREIB!
Hach, das fühlt sich gut an.
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Re: Narben

Beitrag von Death of Fantasy » 28.05.2011 11:36

*grins* Tya, ich muss ja zugeben, dass ich da auch nicht anders bin, da ich auch recht viel auf Englisch lese oder höre ist es mir schon öfter passiert, dass mir für einen Begriff wirklich nur das englische Wort eingefallen ist. *grins*

Na dann. Megatron^^ *grins*

Hmm... heute Nachmittag vielleicht. Momentan ist alles wieder gut, also sollte das möglicherweise gehen. Und ich kann ja immer noch blind tippen^^, wenn ich zu müde bin. :fly:
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Re: Narben

Beitrag von Schneemaehne » 28.05.2011 14:46

Noch so eine geknickte Vergangenheit... Mir stehen hier richtig die Haare zu Berge. Ich glaube, ich sollte Yash mal etwas an den Zügel legen...
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