Aljoscha

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Aljoscha

Beitrag von Lynx » 12.05.2011 14:02

Teil eins, von nem Charakterhintergrund, um hungrige Leser geduldiger zu stimmen. ;) Fortsetzung folgt...

Aljoscha
Langsam schlug Kyriel die Augen auf. Helles Morgenlicht umfing sie und ließ sie blinzeln. Einen Augenblick lang fragte sie sich verwirrt, wo wie war. Dann kehrten ihre Erinnerungen zurück und hinterließen noch mehr Verwirrung in ihr. Vorsichtig betastete sie ihre linke Schulter. Dort sollte eigentlich eine tötliche Wunde klaffen, doch sie spürte nur weiche Haut unter ihren Fingern. Noch ein wenig benommen richtete sie sich auf. Mit einer Hand hielt sie die Decke fest, mit der sie ihre Blöße verbarg. Das kleine Schlafzimmer, in dem sie sich befand, war ihr vollkommen fremd. Ihr wurde leicht flau im Magen. Wo war sie? Und wo waren ihre Sachen? Tief durchatmend bemühte sie sich das stetig wachsende Unwohlsein in ihr unter Kontrolle zu bekommen. Ein plötzliches Geräusch ließ sie erstarren. Es war ein Klirren gewesen, wie von Porzellan. Sie war also nicht alleine hier. Sofort spannte sich ihr Körper. Suchend schweifte ihr Blick durch das Zimmer, um etwas zu finden, mit dem sie sich im Zweifel verteidigen könnte. Schritte bewegten sich auf sie zu. Kyriel ballte die Hände zu Fäusten und zog die Beine an den Körper. Eine Gestalt erschien in der Türfüllung. Der Mann war hell, hager und bei weitem nicht so schrecklich, wie Kyriel erwartet hatte. In den Händen hielt er eine dampfende Tasse. Dass Kyriel wach im Bett saß, schien ihn zu erstaunen. Es dauerte eine Weile, bis er sich fasste.
„Guten Morgen“,
sagte er und stellte die Tasse auf den Nachttisch.
„Wer sind Sie? Und wo bin ich hier?“,
Kyriel bemühte sich soviel Kälte wie möglich in ihre Stimme zu legen, um die Anspannung in sich zu übertünchen.
„Nenn mich Alexej“,
er zögerte kurz,
„Möchtest du dir vielleicht vorher etwas anziehen? Ich glaube das würde die Situation für dich angenehmer machen.“
Mit jedem seiner Worte gewann Kyriel an Fassung zurück. Dieser Alexej schien weder ein Entführer, noch ein Vergewaltiger zu sein. Dennoch blieb sie misstrauisch. Nickend ließ sie einen demonstrativen Blick durch den Raum schweifen.
„Such dir was aus dem Schrank da raus. Viel ist zwar nicht drin aber vielleicht findest du etwas, dass halbwegs passt.“
„Was ist mit meinen Sachen?“,
wollte sie wissen.
„Die könnte kein Schneider dieser Welt mehr retten.“
Ohne ein weiteres Wort wandte er sich ab und verließ das Zimmer. Eine weitere Geste, die Kyriel etwas beruhigte. Dennoch stand sie sehr vorsichtig auf, immer wieder einen misstrauischen Blick in Richtung Türe werfend.
In dem Kleiderschrank befand sich tatsächlich nicht allzu viel. Mit einer gehörigen Portion Unwohlsein zog Kyriel ein T-Shirt und eine Jogginghose hervor. Rasch zog sie diese an und verließ dann den Raum.
Sie betrat ein kleines Wohnzimmer mit bunt zusammen gewürfelten Möbeln. Alexej hockte auf einer durchgesessenen Couch und war scheinbar ganz in seine Teetasse vertieft. Seine hellen Haare schimmerten im Morgenlicht seltsam silbrig. Ein Zeichen, dass die Jägerin argwöhnisch inne halten ließ.
„Entschuldige die peinliche Situation gerade. Du hast bestimmt eine Menge Fragen“,
stellte der junge Mann fest. Langsam wandte er sich ihr zu und musterte sie von oben bis unten. Sein Blick blieb an ihren leeren Händen haften.
„Magst du keinen Tee?“
„Das ist irrelevant“,
antwortete Kyriel nüchtern. Alexej zuckte mit den Schultern und wartete, bis sein Gast sich gesetzt hatte.
„Also, was möchtest du als Erstes wissen?“
„Wer sind Sie und warum haben Sie mich her gebracht?“
Die Frage nach dem Wo erübrigte sich für Kyriel. Diese Wohnung schien viel zu persönlich eingerichtet, um nicht seine Unterkunft zu sein.
„Vorgestellt hatte ich mich ja schon. Und ich habe dich her gebracht, um dich nicht auf offener Straße zusammen flicken zu müssen. Du warst sehr schwer verletzt.“
Kyriel runzelte die Stirn. Das ergab nur bedingt einen Sinn für sie. Schließlich hätte er sie ja auch ihren Kollegen überlassen oder in einem Krankenhaus abliefern können.
„Erinnerst du dich an das, was passiert ist?“,
fragte er mit sanfter Stimme. Einen Augenblick lang horchte sie in sich hinein, dann nickte sie bedächtig.
Sie war dabei einen Auftrag abzuschließen, als etwas mächtig schief gelaufen war. Die Organisation hatte eine kleine Lebensgemeinschaft von Gestaltwandlern entdeckt und Kyriel entsandt, um alle Individuen der Gruppe einwandfrei zu identifizieren. Aus irgendeinem Grund, sie wusste nicht, ob sie sich verraten oder jemand den Andersartigen einen Tipp gegeben hatte, brach plötzlich Chaos aus und die Wandler stürzten sich regelrecht auf sie. Zwar griffen ihre Kollegen sofort ein, doch für sie war es beinahe zu spät gewesen. Alle Aufmerksamkeit hatte den Wandlern in menschlicher Gestalt gegolten. Auch die Kyriels. Um dem Kampf so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, hatte sie sich in einem der Zimmer verbarrikadiert. Dort hatte sich dann der vermeintliche Hund der Gemeinschaft auf sie gestürzt. Undbehelligt von den Jägern hatte er sich zu einer mannshohen Bestie gewandelt und Kyriel angegriffen. Sie hatte sich bereits in den Armen des Todes gewähnt, als sie blutüberströmt zusammen gebrochen war.
Alexejs Stimme holte sie aus der Erinnerung zurück in sein Wohnzimmer.
„Du hattest sehr viel Blut verloren, so dass ich… Nun ja, ich hoffe du verzeihst mir die Peinlichkeit mit deiner Kleidung.“
„Wie sind Sie dort hinein gekommen?“
„Bin ich gar nicht. Man hat dich aus einem Fenster geworfen. Aus einem Geschlossenen. Du bist mir also regelrecht vor die Füße gefallen.“
Seine Worte waren viel zu freundlich um der Wahrheit zu entsprechen. Kyriels Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen.
„Sie hatten doch gar keinen Grund das zu tun!“,
ihre Stimme bekam einen zischenden Unterton. Mit einer fließenden, schnellen Bewegung ergriff sie sein Handgelenk,
„Schließlich sind Sie einer von ihnen, nicht wahr?“
Kaum dass sie ihn berührt hatte, zog sie ihre Hand auch schon wieder zurück. Ihre Gabe wirkte augenblicklich. Der Atem stockte ihr, als sie sah, was für einer Kreatur sie gegenüber saß. Alexejs Haare hatten nun vollständig die Farbe hellen Silbers angenommen. Ebenso seine Augen. Die Jägerin meinte beinahe, sich darin spiegeln zu können. Das Beeindruckendste waren jedoch die großen, schneeweißen Schwingen, die seinem Rücken entwuchsen.
„Freak“,
spie sie mit unverhohlener Abscheu aus.
„Ändert das jetzt irgendwas an mir? Oder an dem, was ich getan habe?“
Alexejs Spiegelaugen fixierten sie aufmerksam.
„Ich will wissen warum. Sie hatten keinen Grund mir zu helfen.“
„Du bist da fast verblutet, ist das kein Grund?“
„Nicht bei jemandem wie mir.“
Alexej schüttelte den Kopf. Seine Mundwinkel zuckten leicht. Kyriel sah ihm deutlich an, wie ihn ihre Worte verletzten.
„Ich habe dir die Wahrheit gesagt. Du musst selbst wissen, ob du sie akzeptieren willst.“
„Fragt sich nur wessen Wahrheit“,
Kyriel stand auf.
„Vorsicht“,
hörte sie noch die mahnenden Worte ihres Gegenübers. Doch sie spürte bereits, dass es zu spät war. Der Schwindel kam plötzlich und ohne Vorwarnung. Sie merkte, wie ihre Beine unkontrolliert der Schwerkraft nachgaben. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Alexej sich auf sie zu bewegte. Dann wurde ihr schwarz vor Augen.
„Ich hatte doch gesagt, du hast sehr viel Blut verloren.“
Die mahnenden Worte waren das Letzte, was sie wahr nahm.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Death of Fantasy » 12.05.2011 15:42

Aaaaaaw, wie süß! Ich finde das toll. Und Alexej ist so richtig niedlich. Und Kyriel ist Kyriel^^ *grins*

Also Fazit: Mir gefällt es sehr gut. Ich bin dann mal gespannt mehr von den Beiden zu lesen.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 12.05.2011 22:20

Freut mich, dass es gefällt. Der nächste Part ist auch unlängst in Arbeit. :write:
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 13.05.2011 12:46

Teil 2. Fortsetzung folgt ...

Als Kyriel wieder erwachte, war bereits die Nacht herein gebrochen. Wie auch beim ersten Mal lag sie in dem großen, weichen Bett. Dieses Mal jedoch hatte sie ihre Kleidung noch an. Es war dunkel im Zimmer. Nur das entfernte Licht einer Straßenlaterne ließ sie erkennen, dass sie immer noch in Alexejs Wohnung war. Vorsichtig stand sie auf. Auch wenn ihre Verletzungen äußerlich geheilt worden waren, war sie sich nun bewusst, wie geschwächt ihr Körper noch war. Im Rest der Wohnung war keine Regung zu vernehmen also schlich sie leise ins Wohnzimmer. Alexej lag auf der Couch und schien tief und fest zu schlafen. Etwas Dunkles rührte sich im Inneren der Jägerin und sie schlich weiter in die Küche. Der Messerblock in einer Ecke der Arbeitsplatte war Nahrung für das, was in ihr aufbegehrte. Ohne zu zögern nahm sie eines der Messer zur Hand und kehrte ins Wohnzimmer zurück. Schweigend blickte sie einige Sekunden lang auf Alexej hinab. Wie so viele andere Wesen, sah auch er regelrecht unschuldig im Schlaf aus. Doch seine Natur war nicht menschlich. Er gehörte nicht in diese Welt. Kyriels Finger schlossen sich so fest um den Griff des Messers, dass ihre Knöchel weiß hervor traten.
„Nur zu, wenn es dir danach besser geht“,
murmelte ihr Gastgeber mit geschlossenen Augen. Sofort ließ die Jägerin das Messer sinken. Sie fühlte sich peinlich ertappt. Als Alexej die Augen öffnete und sie mit den silbernen Spiegeln fixierte, konnte sie seinem Blick nicht lange stand halten. Langsam richtete er sich auf und sah sie schweigend an. Trotz der Dunkelheit meinte sie etwas Trauriges auf seinen Zügen zu erkennen. Wortlos legte sie das Messer auf den kleinen Wohnzimmertisch und wandte sich ab, um zu gehen.
„Bleib hier!“,
seine Worte klangen wie ein Befehl, der keinen Widerspruch zuließ. Kyriel erstarrte mitten in der Bewegung.
„Komm, setz dich.“
Zögerlich nahm sie auf der Couch Platz.
„Du hättest es tun können. Warum also hast du gezögert?“
„Ich weiß es nicht“,
antwortete die Jägerin mit rauer Stimme. Die Situation wurde von Sekunde zu Sekunde bedrückender für sie.
„Vielleicht bist du ja keine Mörderin.“
„Sind Sie sicher, dass Sie gerade jetzt zu solchen Schlussfolgerungen kommen möchten?“
„Ja. Aber glaube bitte nicht, dass ich dir dieses kleine Attentat von grade deshalb nicht krumm nähme.“
„Was gedenken Sie nun zu tun?“
„Genau das wollte ich dich auch fragen. Willst du es vielleicht nochmal versuchen?“
Alexej griff nach dem Messer und hielt es ihr hin. Ungläubig starrte sie ihn an.
„Lassen Sie diese Psycho-Spiele.“
„Gut, dann nicht“,
gleichgültig legte er das Messer wieder beiseite.
„Wie können Sie so ruhig bleiben? Ich habe versucht Sie umzubringen.“
„Ich weiß, dass ich dir vertrauen kann“,
seine Antwort war verwirrend für sie.
„Vertrauen? Ihnen ist doch klar, was ich bin.“
Unwillkürlich fuhr sie sich dabei mit der Hand über den eintätowierten Barcode auf ihrem Unterarm. Nickend beugte Alexej sich ein wenig nach vorne.
„Darf ich?“,
fragte er und ergriff ihr Handgelenk, um ihren linken Arm ein wenig zu sich zu ziehen. Sachte fuhr er mit den Fingerspitzen über die tiefschwarzen Linien.
„Tat das weh?“
„Nein“,
log sie einsilbig. Es hatte sehr weh getan, auch wenn die Euphorie endlich eine vollwertige Jägerin zu sein damals überwogen hatte.
„Ich weiß nur zu gut, was du bist. Aber ich denke, ich weiß auch wer du bist und das ist viel wichtiger.“
Offen blickte er sie an. Die Enttäuschung über ihr Handeln schien immer mehr aus ihm zu weichen.
„Ich verstehe nicht“,
Kyriel schüttelte leicht den Kopf und zog ihren Arm zurück.
„Lügnerin.“
Ein kurzes Grinsen huschte über sein Gesicht. Sie hob eine Augenbraue.
„Über welche Kräfte verfügen Sie?“
Ihr Gegenüber legte den Kopf leicht schief und schmunzelte.
„Ich glaube ihr würdet meine Gaben als undefiniert betiteln.“
„Eine solche Klassifizierung würde nur bei Unkenntnis oder mangels Messbarkeit vorgenommen werden.“
„Ich lasse mich eben nicht gerne kategorisieren.“
Eine kurze Pause entstand, in der sich die beiden schweigend betrachteten. Kyriel unterdrückte den Impuls, noch einmal das Messer auf dem Tisch zu betrachten, um keine falschen Befürchtungen in Alexej zu wecken. Noch einmal würde sie einen solchen Versuch nicht wagen, auch wenn sie sich nicht erklären konnte weshalb dem so war.
„Weist du was?“,
durchbrach Alexejs Stimme ihr Schweigen,
„Du hast mir noch gar nicht deinen Namen genannt.“
„Kyriel.“
Sie sprach ihren Namen bar jeglichen Gefühls aus, auch wenn sie wusste, dass nur wenige Mitglieder ihrer Organisation einen solchen trugen.
„Nein, ich meine deinen richtigen Namen.“
Anscheinend schien ihre Antwort Alexej nicht zufrieden zu stellen.
„Das ist mein richtiger Name.“
„Nein, das ist der Name eines Engels. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Eltern dir so einen Namen verpasst haben.“
„Ich habe keine Eltern“,
entgegnete Kyriel nüchtern. Ein seltsamer Ausdruck schlich sich in Alexejs Augen.
„Heißt das, diese Organisation hat dich…“
„Sie nahmen mich auf, weil meine Eltern nicht lange nach meiner Geburt bei einem Autounfall gestorben sind“,
unterbrach Kyriel ihn, bevor er weitere Schlüsse ziehen konnte.
„Das tut mir leid.“
„Ich habe sie nicht gekannt und empfinde demnach auch keinerlei Bindungen an sie.“
„So meinte ich das nicht. Ich stelle es mir nur grausam vor, bei einer solchen Organisation aufzuwachsen und mehr ausgebildet, statt aufgezogen zu werden.“
„Man hat immer für mich gesorgt und es fehlte mir an nichts.“
„Bist du dir da so sicher?“,
er hob eine Augenbraue.
„Ja“,
antwortete Kyriel fest. Ganz so wie sie es gelernt hatte.
„Was ist mit Ihrem Namen?“,
wollte sie plötzlich wissen,
„Alexej ist ein Menschenname.“
„Ja, ist er. Ich habe ihn angenommen, weil es damit ein klein wenig unkomplizierter ist unter den Menschen zu leben. Mein richtiger Name lautet Asmeriel.“
„Ziehen Sie diesen Namen vor?“
„Du willst wissen, wie du mich ansprechen sollst. Ich hab doch gewusst, du wirst mich am Leben lassen“,
feixte Alexej,
„Es ist mir völlig egal, ob du mich jetzt Asmeriel, Alexej oder Aljoscha nennst. Aber wenn du das Siezen abstellen könntest würdest du mir wirklich eine kleine Freude machen.“
„Ich werde mir Mühe geben.“
Ein leichter Schauer erfasste sie. Während ihres Gespräches war ihr Körper immer kalter geworden, als könne er die Wäre nicht halten.
„Ich denke, wir sollten unsere Unterhaltung morgen fortführen“,
beschloss die Jägerin.
„Bist du müde?“
„Nicht allzu sehr. Aber mein Körper ist immer noch geschwächt und mein Kreislauf braucht ein wenig Regeneration.“
Alexej konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Gut, dann reden wir morgen weiter.“
Langsam, um nicht wieder einen plötzlichen Schwindel herauf zu beschwören, stand Kyriel auf und ging ins Schlafzimmer.
„Kyriel“,
hielt Alexej sie noch kurz auf. Sie drehte sich zu ihm herum.
„Gute Nacht.“
„Ja“,
antwortete sie kalt und schloss die Tür hinter sich.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Death of Fantasy » 13.05.2011 13:07

Aaaw, süß! Ich mag' Asmeriel^^ ;)
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 17.05.2011 12:04

Voilá, Teil 3. Fortsetzung folgt.

Der Geruch frisch aufgebrühten Kaffees begleitete Kyriels Erwachen am nächsten Morgen. Zunächst löste diese Wahrnehmung Verwirrung in ihr aus, dann wurde sie sich aber gewahr, wo sie sich befand. Leise gähnend stand sie auf. Die Schlafzimmertür stand einen Spalt breit offen. Hatte sie diese nicht in der letzten Nacht verschlossen? Auf einem Stuhl im Zimmer erblickte sie eine mögliche Ursache für die offene Türe. Alexej war hier gewesen. Er hatte ihr gleich zwei Bündel da gelassen. Eines davon sah nach Jeans und T-Shirt aus, das andere bestand aus dem, was sie bislang gewohnt war: Rollkragen und Hose, beides in schwarz. Ohne zu zögern nahm Kyriel die dunklen Sachen und zog sich um. Sie passten beinahe so gut, wie ihre alten. Alexej musste ein gutes Augenmaß haben.
„Guten Morgen“,
begrüßte ihr silberhaariger Gastgeber sie, als sie das Wohnzimmer betrat. Kühl nickte sie die Begrüßung ab. Auf dem kleinen Tisch vor der Couch standen dampfende Tassen, Quarkbrote und eine große Schale Kascha.
„Ich hoffe du hast Hunger. Denn ich werde dich nicht gehen lassen, bevor du etwas gegessen hast. Nicht dass du mir doch nochmal zusammen klappst.“
Gehen lassen… irgendwie klangen diese Worte seltsam in Kyriels Ohren. Schmiss er sie gerade sanft hinaus? Wozu dann aber diese Fürsorge? Sie stockte kurz und sah ihn fragend an.
„Ist alles in Ordnung?“,
wollte er wissen.
„Ja, natürlich“,
log sie und setzte sich neben ihn. Schweigend nahm sie sich etwas Kascha. Dieses Frühstück fühlte sich so befremdlich an. Es hatte so gar nichts mit ihrem gewohnten Morgen in den Reihen der Organisation gemein. Auch wenn sie das Gefühl nicht wirklich kannte, hätte sie es als häuslich oder heimisch beschrieben. Alexej gab derweil einen Löffel Marmelade nach dem anderen in seine Teetasse. Im Gegensatz zu ihr mochte er wohl keinen Kaffee zum Frühstück trinken. Kyriel richtete ihren Blick auf ihre Schale und versuchte ihre Gedanken dort zu halten. Nach einer Weile spürte sie regelrecht, wie sie angestarrt wurde. Alexej hob fragend eine Augenbraue, als sie ihm ihre Aufmerksamkeit schenkte.
„Du schaust drein, als würdest du grade dutzende grausiger Gedanken in deinem Kopf hin und her wälzen.“
„Ich reflektiere die Möglichkeiten, die sich mir in der momentanen Situation bieten.“
„Und die sind so schlimm?“
„Nein, für eine Bewertung ist es momentan noch zu früh.“
„Warum setzt du dann so einen finsteren Blick auf. Man könnte meinen, du müsstest dein Frühstück töten, bevor du es isst.“
Alexej ließ einfach nicht locker. Eine weitere Lüge erschien Kyriel allerdings nicht angebracht. Wenn er sie schon hinaus warf, dann konnte sie genauso gut mit offenen Karten spielen. Trotzdem fiel es ihr nicht leicht, ihm reinen Wein einzuschenken.
„Ich überlege welche Optionen ich nach meiner Heimkehr habe. Zweifelsohne wird mein Verschwinden und sicher auch meine schnelle Genesung Fragen aufwerfen. Das Einfachste wäre, Sie auszuliefern.“
Von dieser Idee schien der Engel alles andere als begeistert zu sein. Natürlich nicht. Schließlich bedeutete das seinen sicheren Tod.
„Ich hoffe, das willst du nicht wirklich tun.“
Irgendwo in Kyriel drin krampfte sich etwas zusammen. Diese Worte hatte sie ebenso gefürchtet, wie erwartet. Sie zögerte einen Augenblick zu lange. Bevor sie jedoch antworten konnte, schien Alexej ihre Gedanken gelesen zu haben.
„Geh doch einfach nicht wieder zurück“,
sagte er vorsichtig, als könne man diese Möglichkeit mit bloßen Worten schon zerschlagen.
„Das kann ich nicht tun. Ich gehöre dort hin.“
Was war nur los mit ihr? Wieso stäubte sie sich so dagegen einfach ihre Kollegen zu benachrichtigen und Asmeriel ans Messer zu liefern. Er war ein Widernatürlicher, er gehörte nicht hier her. Und Kyriel hatte noch nie bei so etwas gezögert.
„Lügnerin“,
tadelte er sie, bemerkte aber gleich, dass er sie damit unangenehm berührte. Dennoch blieb sein Ton ein klein wenig schneidend, als er fort fuhr.
„Du meinst also dort hin zu gehören? Und deine Aufgabe ist es die liebe, kleine Henkerin zu spielen. Kannst du mir eines verraten, Kyriel? Was machst du denn, wenn du alle anderen Monster abgeschlachtet hast?“
Der Blick der Jägerin verfinsterte sich. Noch unterdrückte sie allerdings den Zorn, den die Worte ihres Gastgebers herauf beschworen.
„Was ist mit dir, wenn du als Letzte übrig bleibst?“,
hakte dieser weiter nach. Sein worte schnitten tief in sie hinein und hinterließen klaffende Wunden.
„Ich gehöre zu ihnen“,
zischte sie kalt.
„Wirklich? Bist du denn ein Mensch?“
Die Art, wie er ihre Emotionen immer weiter schürte, missfiel ihr zutiefst.
„Ja“,
antwortete sie fest und kalt,
„Meine Gene sind zu einhundert Prozent menschlich.“
„Hast dich wohl testen lassen, was?“
„Hören Sie auf damit. Ich bin eine Jägerin. Sie irren sich, wenn Sie denken, dass ich zu den Widerwärtigen gehörte.“
Die Wut schwängerte ihre Stimme mit jedem Wort ein wenig mehr.
„Das beantwortet aber nicht meine Frage. Was machst du, wenn du irgendwann die Letzte bist? Bringst du dich dann selber um.“
„Hören Sie auf damit!“
„Warum? Hast du dich das etwa noch nie gefragt? Oder hast du einfach nur Angst vor der Wahrheit?“
„Ich gehöre nicht zu Ihresgleichen.“
Ihre Stimme schwankte. Sie spürte wie sie plötzlich mit den Tränen kämpfen musste.
„Ich glaube du gehörst mehr zu uns, als zu denen.“
„Nein, Alexej“,
schrie sie ihn an,
„Ich bin kein verdammter Freak!“
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 18.05.2011 09:08

Teil 3. Diesmal kurz, da der letzte, vierte Teil sich durch einen Sinnabschnitt abgrenzt. Fortsetzung folgt sehr bald.


Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie ihn plötzlich geduzt hatte. Wütend knallte sie ihre Schale auf den Tisch. Das Kascha schwappte dabei gefährlich nahe an den Rand heran. Zitternd und mit Tränen in den Augenwinkeln starrte sie Alexej an. Dessen Miene wurde plötzlich sehr weich. Er hatte gesehen, dass er wohlmöglich zu weit gegangen war. Sanft berührte er sie am Arm.
„Entschuldige. Du bist viel mehr als das“,
murmelte er leise.
„Ich sollte jetzt besser gehen“,
sagte sie mit bebender Stimme und stand auf.
„Wohin?“
Ihre Antwort bestand aus einem Schulterzucken.
„Kyriel“,
er fasste sie am Handgelenk und zog leicht daran, damit sie sich wieder setzte. Sie widerstand diesem Impuls jedoch.
„Geh noch nicht. Bleib einfach noch eine Weile hier und lass uns zusammen überlegen, wie wir dich aus dieser Lage heraus bekommen. Ich habe dich schließlich nicht gerettet, um zu sehen, dass dir so etwas geschieht.“
Mir geschürzten Lippen nickte sie. Auch wenn sie es nicht zugeben würde, sein Vorschlag war eine der besten Optionen, die es für sie gab. Unsicher, was sie nun tun sollte, blieb sie regungslos stehen. Alexej hielt noch immer ihr Handgelenk fest, als könne sie doch noch davon laufen. Die Wärme seiner Berührung schoss ihren Arm hinauf. Zaghaft versuchte sie sich von ihm zu lösen, doch er lockerte seinen Griff einfach nicht. Statt dessen schaute er sie lange an.
„Du brauchst eine Zahnbürste“,
stellte er plötzlich fest. Seine Stimme klang abwesend, als habe ihn etwas gefangen genommen.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Death of Fantasy » 18.05.2011 10:25

Na dann bin ich mal auf den letzten Teil gespannt.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 18.05.2011 11:43

Der letzte Teil. Endlich. Viel Spaß damit.

Einige Tage später hatte Kyriel sich beinahe schon eingelebt. Alexej war nicht nur ein guter Gastgeber, sondern hatte sich als jemand erwiesen, zu dem sie eine gewisse Verbundenheit spürte. Mit jedem Tag den sie bei ihm verbrachte, schaffte der Engel es ein wenig von ihrem frostigen Panzer abzuschmelzen. Ganz allmählich begann sich ein seltsames, für sie unbeschreibliches Gefühl in ihr breit zu machen. Vergessen waren ihr Zorn und ihre Verzweiflung und auch, dass sie Alexej eigentlich hätte töten sollen.
Kyriel stand mit Alexej in der Küche und wartete darauf, dass das Wasser endlich kochte. Das Frühstück lag zwar noch nicht allzu lange zurück, doch für Tee war seiner Meinung nach immer Zeit. Mittlerweile hatte Kyriel ihn auch probiert und Gefallen daran gefunden. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, als ihr Gastgeber sich neben ihr an die Arbeitsplatte lehnte.
„Irgendwann bekomme ich dich dazu, dass du etwas anderes als diese tristen, schwarzen Sachen trägst“,
feixte er.
„Wie gut, dass Engel unsterblich sind“,
hielt sie dagegen. Alexej runzelte auf diese Aussage hin die Stirn und schwieg. Sofort wurde Kyriel hellhörig.
„Ist dem etwa nicht so?“
„Doch, im Grunde stimmt das. Bei den meisten von uns ist es sogar so, dass sie immer wieder geboren werden.“
„Aber bei dir nicht?“,
schloss sie vorsichtig aus seinen Worten.
„Nein“,
er blickte sie offen an,
„Hast du dich denn noch nicht gefragt, was ich hier mache?“
„Schon. Nur dachte ich, es wäre vielleicht zu indiskret, so schnell danach zu fragen.“
Alexej lächelte dünn.
„Ich bin im Grunde nicht ganz freiwillig hier. Weißt du, für einen von meinesgleichen bin ich ein wenig eigen.“
Skepsis schlich sich in den Blick der Jägerin. Als eigen würde sie ihn eher nicht bezeichnen. Offenbar mussten Engel sich in ihrer Gesellschaft ebenso von normalen Menschen unterscheiden, wie auch Jäger es taten.
„Eigen?“,
hakte sie daher nach.
„Ja. Nenn es von mir aus auch eigensinnig oder sturköpfig.“
Daher wehte der Wind also. Ihr Alexej war anscheinend ein kleiner Rebell.
„Ich habe mich mit einigen Richtlinien und regeln einfach nicht abfinden können“,
fuhr er fort,
„Nun ja, und als ich das dann auch immer öfters aussprach und meinen Worten auch irgendwann Taten folgen ließ, hat man mich mehr oder minder verbannt. Man hat mir einen großen Teil meiner damaligen Kräfte genommen und mich fort geschickt.“
Ein unangenehmes Drücken machte sich in Kyriels Brust breit. Kurz rang sie damit, Alexej tröstend eine Hand auf zu legen.
„Dazu gehört auch, dass ich von da an ein sterbliches Leben führen musste. Ich altere und irgendwann sind meine Tage hier gezählt. Und wenn ich sterbe wird es für mich auch keine Wiederkehr geben.“
In Kyriels Ohren klang das nicht einfach nach einer Verbannung, sondern vielmehr nach einer Höchststrafe. Nur zu gerne hätte sie diesbezüglich weiter nachgeforscht. Alexejs trauriger Blick hielt sie jedoch davon ab. Zaghaft legte sie nun doch eine Hand auf seinen Unterarm.
„Also bist du ein Gefallener“,
sagte sie leise.
„Ja. Aber versteh mich nicht falsch. Zwar ist es traurig und manchmal vermisse ich mein altes Leben aber ich bin hier nicht unglücklich. Es war einfach… ein gravierender Einschnitt in meinem Leben, der alles auf den Kopf gestellt hat. Seit man mich fortgeschickt hat, bin ich ein anderer geworden. Und ich sehe im Moment keinen Grund das zu bereuen.“
Kyriel verstand sofort, was er mit diesen Worten sagen wollte. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Es war als sitze plötzlich ein dicker Kloß in ihrem Hals. Eine leichte Röte stieg ihr in die Wangen. Alexej trat einen Schritt auf sie zu. Gespannt hielt die Jägerin den Atem an. Behutsam strich er ihr durch die dunklen Haare. Dann änderte sich sein Blick, von einer Sekunde auf die andere. Er wurde ernster und gewann an Tiefe und Intensität. Auch seine Stimme nahm einen seltsamen Unterton am.
„Kyriel, was auch immer jetzt passieren mag, lass es geschehen.“
Seine Worte verwirrten sie. Allerdings hatte sie keine Zeit darüber nachzudenken, denn der gefallene Engel kam ihr noch näher. Sanft aber bestimmend griff er in ihre Haare und zog sie zu sich heran. Kyriels Körper versteifte sich in Erwartung dessen, was jetzt kommen würde. Alexej senkte leicht den Kopf. Beinahe spürte sie seine Lippen auf den ihren, als ein plötzliches Krachen sie aufschreckte. Wie Wohnungstüre war aus den Angeln gerissen worden und nun stürmten einige schwarz gekleidete Personen hinein. Kyriel erkannte ihre Kollegen sofort. Mit gezogenen Waffen umringten sie die beiden.
„Wir haben sie gefunden“,
sprach einer in ein Headset. Ehe sie sich versahen, wurden sie auseinander gerissen.
„Sehr gute Arbeit“,
sagte jemand zu ihr und hielt sie an den Oberarmen fest. Aus großen Augen blickte sie ihren Kollegen an.
„Milosz“,
fragte sie verwirrt.
„Alles in Ordnung?“,
wollte dieser wissen. Instinktiv nickte sie. Er hielt sie zwar weiterhin fest, ließ es aber zu, dass sie sich zu Alexej umdrehte. Dem wurde gerade von hinten in die Kniekehlen getreten, sodass er mit einem leichten Aufschrei zu Boden ging. Zwei der Jäger traten an ihn heran und sicherten seine Hände und seine Flügel. Ohne jede Gegenwehr ließ der Engel es geschehen. Warum unternahm er nichts? Kaum dass sie sich die Frage gestellt hatte, erkannte Kyriel auch schon die Antwort. Es hätte keinen Zweck gehabt. Die Jäger waren in der Überzahl und es gab praktisch kein Entkommen für sie. Angesichts dieser Situation wollte Alexej es zulassen, dass die Organisation die einzige Person tötete, die Kyriels Bruch mit ihren Idealen bezeugen konnte. Langsam drehte ihr Engel den Kopf zu ihr herum und sah sie traurig an. Entsetzt starrte sie zurück. Ein weiterer Jäger trat an ihn heran. Lass es geschehen, hallten seine Worte durch ihren Kopf. Der Jäger zog mit kalter Präzision eine Waffe und setzte die Mündung auf Alexejs Hinterkopf.
„Aljoscha“,
wisperte Kyriel lautlos. Der Knall des Schusses fuhr ihr durch Mark und Bein. Sie spürte, wie Milosz sie herum drehte und an sich zog. Keine Tränen, sagte sie sich trotz der schrecklichen Bilder um sie herum, ich darf keine Tränen vergießen, sonst wissen sie es. Die Nähe des anderen Jägers gab ihr den halt, den sie nun benötigte. Tief in ihr drin explodierte der Schmerz, ohne dass auch nur ein Stück davon nach außen drang.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Death of Fantasy » 18.05.2011 11:51

Ooooooh... wie süß. Wie traurig-tragisch. Aber schön.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 18.05.2011 11:55

Dankeschön. :)
Ich hoffe es hat die ein oder andere Frage zum Verhalten meines Charakters geklärt.
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Re: Aljoscha

Beitrag von Death of Fantasy » 18.05.2011 13:48

Jaa, das mit dem Tee habe ich fast vermutet, dass es damit zusammenhängt. *lach*
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Re: Aljoscha

Beitrag von Karne » 18.05.2011 15:22

Als ich den Thread sah dachte ich erst "häh, warum bekommt mein Chara hier einen Thread der nichmal von mir is?" bis mir dann aber wieder einfiel, dass du ja auch einen Alexej hast^^


Eine schöne Geshcichte, nur am Ende bin ich doch froh, dass nicht mein Chara gemeint war.... ^^'
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Re: Aljoscha

Beitrag von Lynx » 18.05.2011 15:27

*lach* Dieser Name ist einfach zu populär.

Freut mich, dass sie ganz gut ankommt. Ich glaube als nächstes ist nen Bildchen fällig, um die Jägerin dann in Sachen Ausarbeitung vorläufig abschließen zu können.
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