Trost

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Lynx
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Trost

Beitrag von Lynx » 27.01.2011 14:32

Trost

Niedergeschlagen beugte Furian sich vor und vergrub das Gesicht in den Händen. Die Tage am Hof konnten zuweilen unerträglich sein, besonders wenn die hohen Damen seiner Familie sich wieder einmal selbst feierten. In seiner Schläfe pochte ein leichter Schmerz. Er war erschöpft. Seine Gedanken waren erfüllt von dem nagenden Vorwurf der Erfolgslosigkeit, den seine Schwestern ihm gemacht hatten. Seufzend schloss er die Augen.
Nach einer Weile vernahm er leise Schritte. Jemand setzte sich neben ihm auf die Kante seines Bettes und legte eine Hand auf seine Schulter. Die sanfte Berührung tat unerwartet gut.
„Selenaya“,
murmelte er matt,
„Es ist jetzt nicht die Zeit für Intrigen.“
„Shhht“,
zischte sie leise. Er spürte, wie sie ein wenig hinter ihn rückte und damit begann seine Schultern leicht zu massieren.
„Denk nicht mehr an die Feier“,
flüsterte sie ihm ins Ohr.
„Woher weißt du davon?“,
fragte er erstaunt.
„Es ist meine Aufgabe das zu wissen. Und jetzt entspann dich. So ermattet nützt du keinem von uns beiden.“
Daher wehte der Wind also. Für einen kurzen Augenblick war er versucht gewesen, an eine einfache Wohltat zu glauben. Doch offensichtlich sah seine Zauberin bereits die nächste Schlacht kommen und wollte keinen angeschlagenen Krieger dorthin entsenden. Trotz dieses Gedankens gab er sich ihren geschickten Fingern hin. Eines musste er ihr lassen, sie machte ihre Sache gut.
Nach einer Weile beugte sie sich leicht vor und hauchte ihm einen Kuss auf den Nacken. Erstaunt hob er den Kopf. Fragend warf er einen Blick über die Schulter. Selenaya lächelte ihn sanft an. Ungeachtet seiner Reaktion fuhr sie fort ihn zu massieren.
„Gehört das auch zu den Künsten einer Hexe?“,
fragte er entspannt.
„Nein. Aber das hält mich nicht davon ab es zu tun“,
antwortete sie ihm. Grinsend lehnte Furian sich zurück. Wie selbstverständlich schloss sie ihn in die Arme.
„Bei so viel Zuneigung sollte ich misstrauisch werden“,
er blickte zu ihr hoch. Sie neigte den Kopf nach vorne. Ihre weißlichen Haare fielen ihm wie ein Vorhang entgegen.
„Dann werde eben misstrauisch.“
Behutsam strich sie ihm über die Wange. Ihre Nähe war Balsam für seine Seele. Die Feier war längst vergessen.
„Bleibst du heute Nacht hier?“
Solche Fragen sahen Furian eigentlich nicht ähnlich. Wenn es ihm nach einer Frau gelüstete, nahm er sich diese meist. Doch er wusste, dass er Selenaya nicht so einfach haben konnte. Sie war frei, kam und ging wann immer sie wollte. Um die Macht anderer scherte sie sich nur, wenn diese in ihre Intrigen verstrickt waren. Vor allem aber war sie ihm erschreckend ebenbürtig. Und so bat er sie, statt sein Recht zu fordern.
Anstatt ihm zu antworten, beugte sie sich zu ihm herunter und gab ihm einen zärtlichen Kuss. Das reichte ihm als Antwort. Furian richtete sich auf und wandte sich seiner Zauberin zu. Sie lächelte nur schweigend, als er sie langsam in die Kissen drückte.


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Ha! Ein Moment der Schwäche - muss mich damals überkommen haben. Ich weiß noch nicht einmal, warum ich die Szene, gestern beim Stöbern gefunden, überhaupt abgetippt habe. Schmuseentzug? Eines weiß ich nur mit Sicherheit: Die zwei sind viel zu intrigant und misstrauisch, als dass es jemals zu so etwas kommen würde. Oder hättet ihr's geglaubt?
Nur der Irrtum ist das Leben.
und das Wissen ist der Tod


-I believe whatever doesn't kill you simply makes you ... stranger.-

[Admin bitte nicht füttern!]

Fnarf

Re: Trost

Beitrag von Fnarf » 28.01.2011 21:19

Auch Delfen dürfen Schwäche haben ;) . Mir gefällt die Story sehr gut !!!

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