Mäuseweihnacht

Selbstgetextetes und Selbstgemaltes...

Moderator: Moderatoren

Antworten
Benutzeravatar
Lynx
Hüterin des Hains
Beiträge: 4366
Registriert: 21.01.2005 15:38
Antispam: Nein
Bitte die mittlere Nummer angeben (3): 3
Wohnort: In den Tiefen des Hains

Mäuseweihnacht

Beitrag von Lynx » 02.01.2011 12:40

Mäuseweihnacht

In der kalten, heilgen Nacht
die Lichter sind schon alle aus,
trippeln – ja, wer hätt's gedacht,
leise Schritte durch das Haus.

Heimlich huschen sie umher,
um Ecken und den Schrank hinauf,
schauen unter Deckel drunter,
um zu seh'n was man noch braucht.

Zur Küche führ'n fast alle Wege,
und sie fiepen ganz verzückt,
als eine auf der hohen Theke,
eine Leckerei erblickt.

Zu dunkel und auch schief geraten,
mit einem abgebrochnen Arm,
umringt von alten Backzutaten,
liegt dort ein Pfefferkuchenmann.

Ohne das Wissen unsrer Diebe,
zieht das Unheil schon herauf,
denn anstatt Zuckerzeug und Liebe,
sind blaue Kugeln oben drauf.

Ein Böses scheint hier nicht genug,
doch keine Maus hat's im Verdacht,
denn durch den mitternächtlich Spuk,
ist Kater Samson aufgewacht.

Der Kater ist ein alter Griesgram,
mit hohlem Zahn und Altersgicht,
trotz Müdigkeit pirscht er sich an,
denn Weihnachtsmäuse mag er nicht.

Nicht alle Mäuse zerrn am Giftmann,
ein paar haben den Baum entdeckt,
und schon wird so mancher Strohstern
und trockner Zweig hinfort geschleppt.

Vom Teller klauben sie die Nüsse,
Kekse und ein paar Rosin',
vier, acht, zwölf, nein sechzehn Füße,
huschen zum Loch, nah' beim Kamin.

Mit ihrer weihnachtlichen Beute
schmücken sie ihr Mäusenest
und warten auf den Rest der Meute,
doch der steckt in der Küche fest.

Dort hockt der Kater in den Schatten,
sein Schwanz peitscht unruhig hin und her,
den Diebstahl kann er nicht gestatten,
er hasst die Weihnacht viel zu sehr.

Die Mäuse solln ihr Fest nicht haben,
schon gar nicht mit dem Kuchenmann,
er selbst will sich an einer laben
und spannt schon seinen Körper an.

Er springt mit einem riesen Satz,
mitten in die Mäuseschar,
für die scheint alles für die Katz,
sie fliehen rasch vor der Gefahr.

Eine huscht den Schrank hinab,
die andre hinter den Wetzstein,
nur eine wähnt sich schon im Grab
und springt ins Tütenmehl hinein.

Die Mäuse fliehen in ihr Loch,
der Kater bleibt entzürnt zurück,
bei ihm liegt nur die Tüte noch,
vielleicht hat er mit dieser Glück.

Das Mäuschen gräbt sich tief ins Mehl,
aus Furcht vor dieser großen Katze,
vielleicht geht deren Griff ja fehl,
und es entgeht der Krallentatze.

Die kleinen Pfoten greifen zu,
ein Glattes Ding ist hier verborgen,
die Kakerlake liegt in Ruh,
ganz friedlich seit den frühen Morgen.

Die Maus schiebt fix den Käfer vor,
des Katers Krallen ziehn ihn raus,
die Lück' ist wie ein Scheunentor
und unsre Maus flitzt rasch nach Haus.

Dort empfangen die Geschwister sie,
mit ihrem Mäuseweihnachtsfest,
erst schmausen sie, dann träumen sie,
in ihrem Weihnachtssternennest.


Das war mein Weihnachtswettbewerbsbeitrag...
Nur der Irrtum ist das Leben.
und das Wissen ist der Tod


-I believe whatever doesn't kill you simply makes you ... stranger.-

[Admin bitte nicht füttern!]

Banshee

Re: Mäuseweihnacht

Beitrag von Banshee » 15.01.2011 14:23

Super super schön! Wirklich sehr gelungen Lynx! Hat dein Sohn es schon gehört? Ich könnte mir vorstellen das Kinder an dem Gedicht sehr viel Spaß haben könnten (trotz der lustigen bluen Kugeln :P )

Benutzeravatar
Lynx
Hüterin des Hains
Beiträge: 4366
Registriert: 21.01.2005 15:38
Antispam: Nein
Bitte die mittlere Nummer angeben (3): 3
Wohnort: In den Tiefen des Hains

Re: Mäuseweihnacht

Beitrag von Lynx » 21.01.2011 11:31

Huh, damit hätte ich ja jetzt weniger gerechnet. Ehm, danke.
Jaein, gehört schon, es soll aber noch die Din4-Version folgen.

Hmmm, bei so einem dicken Lob schweige ich wohl besser über die erste Intention für diese Missetat. :D
Nur der Irrtum ist das Leben.
und das Wissen ist der Tod


-I believe whatever doesn't kill you simply makes you ... stranger.-

[Admin bitte nicht füttern!]

Antworten