Was niemals war und niemals sein wird

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Death of Fantasy
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Was niemals war und niemals sein wird

Beitrag von Death of Fantasy » 30.07.2012 11:37

Der Anfang eines unmöglichen Traums

Sanft blickte das Mädchen, das fast vollständig zur Frau gereift war, zu ihrem Vater, ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht. Der Kaufmann lächelte seine Älteste sanft an. Es war eine gute Entscheidung sie auf eine der Reisen mitzunehmen, obwohl es gegen die Tradition verstieß. Aber seine geliebte Tochter sollte besser wissen, was es hieß ein Kaufmann zu sein. So konnte sie ihrem Verlobten später besser behilflich sein und ihm gute Ratschläge geben.
Schmerzhaft kam ihm die Erinnerung von vor drei Jahren zurück, als sie sich geweigert hatte ihre Pflicht zu erfüllen. Sie hatte sogar fortlaufen wollen, jedoch war dies glücklicherweise sofort entdeckt und dadurch verhindert worden. Da sein Mädchen stets so von den Reitern fasziniert war, hatte er sie auf die Handelsreise zu ihnen mitgenommen. Wie durch einen glücklichen Zufall war es ihm geglückt sie beliefern zu können.
Nun ragte der Falkenberg hoch über ihnen auf und mit staunendem Blick starrte Myrial empor. Der Staub der Straße hatte sich überall auf ihnen fest gesetzt, dennoch konnte er nicht verbergen, wie anmutig und schön das Mädchen war. Das einfache Reitkleid schmiegte sich in der Hitze eng an ihren Körper und das lange Haar war aufgesteckt und unter einem Hut zum Schutz gegen die erbarmungslose Sonne verborgen. Bevor das Mädchen absteigen konnte, kam bereits ein schneidiger junger Herr und hob sie sanft herunter, ein seliges Lächeln auf den Lippen.
„Meine Dame…“, hauchte er nach einem zarten Handkuss.
Auch Myrial lächelte leicht, aber es war nicht vollkommen. Ein aufmerksamer Beobachter spürte, dass sie nichts für den jungen Mann empfand, den sie in zwei Jahren zum Mann nehmen würde. Die ältere ihrer Schwestern hingegen schwärmte oft für ihn. Ein Jammer, dass es ihr Schicksal als Älteste war, die Familie weiter zu erhalten. Gemeinsam mit ihrem Vater und seinem Schützling machten sie sich an den anstrengenden Aufstieg, um dort bei der Proviantmeisterin vorzusprechen. Der Wind zerrte an der jungen Frau und es war etwas beängstigend, dass es kein Geländer gab, an dem sie sich festhalten konnte.
Oben angekommen war sie noch etwas verschwitzter, aber ein angenehmer Wind milderte die Hitze etwas. In der Ferne sah sie ein paar Gestalten mit ihren Falken. Es sah fast so aus, als würde es dort eine Lehrstunde geben. Als ihr Vater nach ihr rief, hastete sie ihm und ihrem Verlobten hinterher, als eine kräftige Bö den Hut trotz der Hutnadeln von ihrem Kopf löste und davonwehte. Mit einem erschrockenen Aufschrei versuchte sie die Kopfbedeckung zu erwischen, denn ihre Mutter wäre äußerst wütend, sollte sie den Hut verlieren. Dennoch verfehlte sie ihn und kurz darauf fand sie sich dem Hut hinterherlaufend wieder. Dass sie den Reitern und Falken dabei stets näher kam, bemerkte sie dabei gar nicht. Und auch ihr Vater und sein Nachfolger bemerkten ihr Fehlen erst nach einiger Zeit.
Erst als sie ihren Hut erwischt hatte, nahm Myrial ihre Umgebung wieder wahr. Ein paar Strähnen hatten sich aus ihrer Frisur gelöst und hingen in langen Strähnen hinunter. Möglichst würdevoll befestigte sie ihren Hut wieder und wurde sich der unmittelbaren Nähe zu den Reitern und Falken gewahr, die sie alle beobachteten. Sofort schoss ihr die Röte in das Gesicht und sie verbeugte sich und stammelte mehrfach Entschuldigungen. Rasch wandte sie sich um und lief so schnell wie möglich dahin, wo ihr Vater und sein Schützling verschwunden waren, um dieser peinlichen Situation zu entkommen. Dass sie sich gleich so blamieren musste. Ihre Mutter wäre unglaublich wütend, würde sie das je erfahren!
Am Eingang zum Falkenberg traf sie ihre Begleiter wieder, die sich auf die Suche nach ihr begeben hatte. Sanft entschuldigte sie sich und gab eine kurze Erklärung ab. Jedoch ging sie aus verständlichen Gründen nicht sehr ins Detail.
Alles wurde geregelt und sie würden die Nacht und den restlichen Tag bei den Reitern verbringen. Etwas nervös, aber auch aufgeregt durchwanderte Myrial den Falkenberg, begleitet von ihrem Verlobten, nachdem sie sich umgezogen und den Staub der Straße abgewaschen hatte. Auch ihre Frisur hatte sie verändert und ihr Haar fiel ihr nun sanft den Rücken hinunter. Irgendwann endeten sie im Forum und setzten sich dort, um zu reden, bis ihr Begleiter sie verließ, um möglicherweise ein paar Erfrischungen zu organisieren. Allein mit ihren Gedanken saß Myrial dort und saugte alles um sie herum neugierig in sich auf.
Once the land of liberty,
Land of ancient chivalry
Blow some trumpet loud and free,
Leave the hills of Arcady

Arcadia - Faun

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