Lethe

Selbstgetextetes und Selbstgemaltes...

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Death of Fantasy
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Lethe

Beitrag von Death of Fantasy » 04.11.2011 10:31

Es war ein wunderschöner Frühlingsnachmittag, außerhalb Stockholms. Die Blumen streckten sich der Sonne entgegen und überall zwitscherten die verschiedensten Vögel. In all der Ruhe tollte ein kleines, silberweißes Wolfsjunges umher und versuchte die Schmetterlinge zu fangen, als eine große Frau hinaustrat. Sofort erstarrte das Junge und blickte die Frau an.
„Henrik, wie oft habe ich es dir schon gesagt? Du sollst nicht gewandelt im Garten spielen!“
Schuldbewusst blickte das Wölfchen auf den Boden und winselte leise. Kurz flimmerte die Umgebung um ihn herum und wenig später saß ein kleiner Junge, von ungefähr neun Jahren nackt auf dem Gras.
„Aber Mama…“
„Nichts aber! Stell‘ dir nur vor, was passiert, wenn jemand dich sieht!“
„Ich pass‘ doch auf!“
„So gut kannst du nicht aufpassen, also lass‘ es!“
Kaum hörbar murrte der Junge mit den hellblonden, fast schon weiß-silbrigen Haaren, was ihm einen strengen Blick seiner Mutter eintrug.
„Es gibt Essen.“
Sofort hellte sich das Gesicht des Jungen wieder auf und er sprang auf die Füße und lief an seiner Mutter vorbei ins Haus.
„Zieh‘ dir vorher etwas an!“, rief sie ihm noch hinterher, bevor sie ebenfalls das Haus betrat.
„Habe ich hier irgendetwas von Essen gehört?“, erklang da ein volltönender Bariton und ein großer Mann umschlang die Frau mit seinen Armen.
Leise kicherte sie und drehte sich um, bevor sie den Mann flüchtig küsste.
„Du hast richtig gehört, Leif.“, lächelte sie und löste sich aus der Umarmung.
Dann ging sie in die Küche und holte den Topf mit dem, Essen.
„Du siehst aus wie Henrik, wenn du so schmollst.“, lachte Henriks Mutter und sah ihren Ehemann an.
„Das Essen riecht wunderbar, Elin.“
„Schmeichler.“, entgegnete sie und versetzte ihm einen spielerischen Klaps auf den Hinterkopf.
Da kam auch Henrik und setzte sich erwartungsvoll an den Tisch.
Das Essen wurde verteilt und hungrig stürzten sich alle auf das, was dort aufgetragen worden war. Nach dem Essen spielte die ganze Familie ein wenig zusammen, bis es Zeit für den jungen Henrik wurde, ins Bett zu gehen. Wieder murrte er, doch es half alles nichts. Seine Mutter blieb unerbittlich und so wurde er auf sein Zimmer geschickt. Henrik lag noch einige Zeit wach, bevor er dann endgültig einschlief.

Mitten in der Nacht erwachte Henrik, als er ein lautes Krachen hörte, so als wäre eine Vase auf den Boden gefallen. Stritten ihre Eltern sich? Da stürmte schon seine Mutter in sein Zimmer, einen blutigen Kratzer am Arm und vollkommen nackt.
„Henrik!“, rief sie leise. „Flieh! Lauf‘ zu Tante Astrid!“
„Mama, was ist..?“
„Keine Fragen! Lauf! Und verwandle dich, dann bist du schneller!“
Verwirrt stand der Junge auf und stellte keine weiteren Fragen. Vielleicht war es eine der Übungen, die sie ab und zu machten, für den Fall, dass sie angegriffen wurden. Es war unmöglich, dass sie wirklich angegriffen wurden! Wenig später sprang ein kleiner Wolf aus dem Fenster aus Henriks Zimmer und lief in Richtung Wald, als er seinen Vater in seiner imposanten Wolfsgestalt im Wohnzimmer mit zwei bleichen Gestalten kämpfen sah. Stumm feuerte er ihn an, als sein mächtiger und doch unbesiegbarer Vater überwältigt wurde. Leise jaulte Henrik und die Gestalten erblickten ihn. Bevor sie ihm aber folgen konnte, schoss seine Mutter heran und lenkte sie von ihrem Jungen ab. Der eindringliche Blick, den sie ihm zuwarf, sagte alles: Lauf!
Und diesmal lief er und blieb nicht mehr stehen. Warum nur war er so schwach? Er sollte seiner Mutter helfen, aber wenn sogar sein starker Vater es nicht geschafft hatte!
Als er bei seiner Tante ankam, kratzte er an der Tür und wurde eingelassen. Als er erzählte, was geschehen war, wurde das gesamte Rudel innerhalb von kürzester Zeit mobilisiert und sie machten sich auf den Weg. Aber sie kamen zu spät. Leif und Elin Toresen waren beide tot. Und jeder der Werwölfe bemerkte den Geruch und die Wölfe. Vampire!

Sie riefen zum Schein die Polizei, doch der Mörder wurde nie gefasst. Henriks Hass auf die Vampire, die seine Eltern, die ihnen doch nie etwas getan hatten, wuchs mit den Jahren immer weiter. Er würde nicht ruhen, bis der brutale Mord an seinen Eltern gesühnt war und da alles Vampirpack gleich war, würde er sie alle auslöschen, schließlich deckten sie die Mörder. Sie verleugneten sogar, dass der Mord durch ein Mitglied ihrer Gesellschaft geschehen war. Lügner! Mörder! Bestien!
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Re: Lethe

Beitrag von Karne » 02.12.2011 17:24

Wenn auch spät, ich mag die Geschichte irgendwie. Man bekommt durch sie einen guten Einblick in Henrik, finde ich, und vor allem, warum er die Vampire so hasst ist ziemlich nachvollziehbar beschrieben ^^
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Re: Lethe

Beitrag von Death of Fantasy » 10.12.2011 14:02

*grummel* Danke... trotzdem zu spät... aber wenigstens spät als nie.
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Re: Lethe

Beitrag von Lynx » 11.12.2011 09:06

Fay hat geschrieben:*grummel* Danke... trotzdem zu spät... aber wenigstens spät als nie.
Ich möchte an dieser Stelle noch einmal an die hier herrschende Nettiquette erinnern.
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